Die jahrhundertealte Handarbeitstechnik des tunesischen Häkelns wird hier ganz neu entdeckt und modern interpretiert! Michael Weinreich erklärt anhand von 15 wunderschönen Projekten zum Anziehen und Dekorieren detailliert die Grundlagen dieser ganz besonderen Häkelart.
Der Unterschied zum klassischen Häkeln liegt hier in der Nadel, die länger als eine typische Häkelnadel ist und eher einer Stricknadel ähnelt. Alle Maschen eines Projekts müssen hierauf Platz finden. Die gesamte Breite des Häkelstücks wird aufgenommen und auf dem Rückweg wieder abgemascht. Dadurch ergibt sich ein festes Häkelbild. Diese Technik ist daher besonders geeignet für Projekte wie Taschen, Mützen, Kissen oder auch Tischsets.
Für erfahrene Häkler bietet diese Häkelart eine schöne Abwechslung zur klassischen Variante. Auch Anfänger kommen schnell mit dem tunesischen Häkeln zurecht.
Gehäkelte Objekte sind allgemein erst seit dem 19. Jahrhundert bekannt. (Stricken, die Handarbeitstechnik mit zwei glatten Nadeln, ist sehr viel älter.) Wer schon einmal Frauen in einem anderen Land beim Stricken oder Häkeln gesehen hat, weiß, dass es für beide Methoden ganz unterschiedliche Gewohnheiten gibt beim Führen des Fadens um die Finger oder beim Halten der Nadeln.
Beim tunesischen Häkeln aber geht es um etwas anderes, eine grundlegend andere Technik nämlich: Tunesisch gehäkelte Stücke sehen ähnlich aus wie gestrickte. Der Effekt entsteht, weil eine längere Häkelnadel verwendet wird („Teppichhäkelnadel“) oder eine, die an jedem Ende einen Haken hat. Man nennt diese Technik auch Sträkeln (ein Kofferwort aus Häkeln und Stricken). Besonders gut eignet sich die Methode zur Herstellung von dekorativen Teilen, die besonders stabil sein sollen, z. B. Platzsets, kleinere oder größere Decken, Teppiche. In den USA werden bunte Häkeldecken als „Afghan crochet“ bezeichnet, auch im deutschen Sprachraum spricht man manchmal von „tafghanischem Häkeln“. Für die Wortherkunft hilft uns das nicht weiter – Tunesien und Afghanistan sind gegografisch sehr weit voneinader entfernt.
Die Wortherkunft bleibt also ungeklärt. Immerhin gibt es umgekehrt Techniken zum Häkeln von Spitzen, die sich geografisch genauer zuordnen lassen: Oya oder auch Dantel wird die türkische Kunst der feinen Häkelspitze genannt. Diese
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